Das Metropol-Theater am Nollendorfplatz ist endgültig kein Theater mehr. Das traditionsreiche Veranstaltungshaus wird künftig nur noch als Diskothek und Restaurant genutzt. Das teilte Veranstalter Jacques Ihle gestern der "Berliner Zeitung" mit. "Die Konzerte bei uns haben sich nicht mehr rentiert", sagt er. Der Saal des Theaters sei für erfolgreiche Pop-Gruppen und ihr Publikum zu klein. Seit anderthalb Jahren habe er deshalb keine Band mehr auftreten lassen. Ihle nannte den Wettbewerb der Berliner Veranstaltungshäuser ruinös. Vor allem das Tempodrom sei mit seiner geringen Pacht ein unfairer Konkurrent gewesen, gegen den er nicht habe bestehen können.

Metropol 90er Jahre
Ein schwülstiges Musical mit dem Bühnenbild im Stil eines Pharaonengrabs ließ Ihle schon bald nach dem Start im August 1997 wieder absetzen: "Damit war kein Blumentopf zu gewinnen." Ihles "Metropol Musikpalast GmbH" meldete im vergangenen Sommer Konkurs an, war mit rund 2,5 Millionen Mark überschuldet.
Nicht betroffen vom Konkurs ist die "Metropol Diskotheken- und Veranstaltungsgesellschaft", die ihr Disco-Programm ausweiten und künftig auch Single-Treffen unter dem Motto "Pharao trifft Pharaonin" veranstalten soll. Impresario Ihle ist zuversichtlich, mit dem neuen Konzept wieder auf einen grünen Zweig zu kommen und seine Schulden abbauen zu können.
Piscators Aktionstheater
Das Metropol-Theater am Nollendorfplatz war in den 20er Jahren die Spielstätte des Regisseurs Erwin Piscator, der dort "proletarisches Aktionstheater" aufführen ließ. Ende der siebziger Jahre begann die Laufbahn des Hauses als Großdiskothek und Konzerthaus, wo auch Stars wie Nina Hagen und David Bowie auftraten.