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"Geschichte des Theaters am Nollendorfplatz"

Goya Aussenansicht

Neues Schauspielhaus ca. 1910

Das Gebäude entstand in den Jahren 1905/06 zeitgleich mit dem Bahnbau am Nollendorfplatz. Zunächst trug der Theaterneubau den Namen "Neues Schauspielhaus". Das Theater hatte ca. 1100 Plätze und im gleichen Gebäude war der pompös ausgestattete "Mozartsaal", der als Konzertsaal gedacht war. Von nun an entwickelte sich in dieser Gegend das Nachtleben, das seinen besonderen Höhepunkt in den zwanziger Jahren hatte.

Die Fassade wurde im klaren Stil der beginnenden Moderne gestaltet, noch verbunden mit einigen Anklängen an den zuvor dominierenden Jugendstil. Den Mittelpunkt bildet ein abgerundeter Vorsprung über dem Hauptportal mit Rundbogenfenstern. Wie das Theater das ganze Spektrum des Lebens zeigt, so drücken die überlebensgroßen tanzenden Figuren Gefühle zwischen Glück und Angst aus. Den unteren Abschnitt schmücken lächelnde und traurige Steinmasken. Zwei Turmanbauten, die über das Haus hinauswachsen, unterstützen die in den Himmel strebende Wirkung der vertikalen Pfosten, Pfeiler und Anbauten. Den Dachabschluss bildet ein zurückweichender Giebel. Einige barocke Elemente, wie abgesetzte Ecken, sind ebenfalls vorhanden.

Zur Eröffnung des Theaters wurde Shakespeares „Sturm“ aufgeführt, danach widmete man sich bald der leichten Muse und es wurden über mehrere Jahre Operetten aufgeführt. Ab 1920 hieß es "Nollendorftheater" und 1927 zog Erwin Piscator mit seinem politischen Theater für ein Jahr ein, und nun hieß es "Theater am Nollendorfplatz".

Schon 1911 wurde der Mozartsaal umgebaut, um auch Filme zeigen zu können. Große Beliebtheit erlangte das Kino ab 1922. Das Publikum wurde durch den Ideenreichtum des Direktors immer wieder überrascht: So waren beispielsweise die Platzanweiserinnen immer in Kostümen gekleidet, die zum jeweiligen Filmthema passten.

1926 übernahm die Ufa das Kino und verringerte die Kapazität auf ca. 1000 Sitze, vier Jahre später wurde es modernisiert und der Theaterbetrieb eingestellt.

1942 wurden die "Lichtspiele Mozartsaal" umbenannt in "Nollendorf-Palast". Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Theater durch Luftangriffe schwer beschädigt. Die Fassade, Foyer und der Mozartsaal blieben jedoch weitestgehend erhalten.

Metropol ca. 1984

Metropol ca. 1984

Nach dem Krieg dient der Mozartsaal unter dem Namen "Neue Scala" als Allzweckraum, in dem außer Filmvorführungen auch weniger erfolgreiche Varieté- und Revuevorstellungen gegeben wurden. Ab 1951 war er wieder ausschließlich Filmtheater und erlangte seinen bis heute bekannten Namen "Metropol". In den 70er-Jahren kam es zur Spezialisierung auf pornographische Filme.

1977 wurde der Spielbetrieb eingestellt und eine Discothek hielt für lange Zeit Einzug. Ab Mitte der 80er-Jahre war es eine der bekanntesten Discotheken Berlins mit einer einzigartigen Lasershow – das Metropol. Auch die Prominenz gab sich dort die Ehre, z.B. Pet Shop Boys Sänger Neil Tennant, der Marillion Frontmann Derek William Dick oder Bela B. von den Ärzten wurden dort gesichtet. Unter der Woche fanden oft Konzerte statt: Depeche Mode spielte hier das erste Berlin-Konzert zur Debüt-LP. Ebenfalls Human League, O.M.D. und Front 242 traten hier auf, um nur einige zu nennen. Nach dem Höhepunkt Ende der 80er-Jahre verblasste der Ruhm in den folgenden Jahren vollkommen.

1997 erfolgte ein Umbau und der Club erhielt mystische Wandzeichnungen und Nachbildungen ägyptischer Statuen. Damit wurde versucht dem Ganzen neues Leben einzuhauchen, und der jetzt als "Tanztempel" betitelte Club sollte an alte Erfolge anschließen. Aber dieses gelang nicht wirklich, was sicherlich an der boomenden Technobewegung in Berlin lag.

Goya Aussenansicht

Goya 2006

2000 zog der "KitKatClub" ins Metropol ein. Wegen unüberbrückbarer Differenzen zwischen Vermieter und dem KitKatClub zog dieser Club noch im gleichen Jahr dort wieder aus und suchte sich eine neue Location.

2005 wurde das Metropol in den noblen Speise- und Tanzklub "Goya" umgewandelt. Der Umbau kostete elf Millionen Euro und wurde von Hans Kollhoff entworfen. Das Projekt wurde in Form einer Aktiengesellschaft finanziert, zahlreiche Prominente hatten sich beteiligt. Aufgrund Besuchermangels meldete der Club im März 2006 nach fünf Monaten Betrieb jedoch bereits Insolvenz an. Im Juni 2007 wurde das Goya von einem neuen Betreiber wiedereröffnet.

Seit März 2010 leitet die "Nollendorfplatz 5 Betreiber GmbH" das GOYA. Seitdem wird das Haus vorwiegend als exklusive Event-Location mit regelmäßigem Clubbetrieb genutzt. Jeweils donnerstags, freitags und samstags halten verschiedene Partyreihen Einzug im GOYA. Dabei spricht das Programm deutlich das reife Party-Publikum der Hauptstadt an. Ob Ü30-Party, Schlagernacht oder Singleparty, das Haus versteht sich als Erwachsenen-Club. Neben den öffentlichen Veranstaltungen finden zahlreiche Special-Events im GOYA statt. An veranstaltungsfreien Tagen kann das GOYA exklusiv gemietet werden – egal ob Hochzeit, große Geburtstagsfeier, Galaabend, Empfang oder Tagung – das GOYA bietet für jede Art von Veranstaltung den passenden Rahmen.

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GOYA Berlin

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